Puebla, die mit knapp 1,4 Millionen Einwohnern fünftgrößte
Stadt des Landes, liegt im zentralen Hochland Mexikos in einem Hochbecken,
etwa 2160 m über dem Meersspiegel. Das Hochland um Puebla, im Westen
von den mächtigen Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl
abgegrenzt, wurde zum Sitz zahlreicher ausländischer Firmen. Volkswagen
ließ seinen legendären Käfer hier millionenfach vom
Band laufen. Eine Besonderheit stellen die mit farbigen Keramikkacheln,
den so genannten Azulejos, verkleideten Fassaden von Puebla dar. Das
historische Zentrum von Puebla wird seit 1987 zum Weltkulturerbe gezählt.
Puebla wurde im Jahre 1531 vom spanischen König Karl V. gegründet.
Wegen ihrer strategisch günstigen Lage auf dem Weg von der Hauptstadt
zur Golfküste gewann die Stadt rasch an Bedeutung. Einer Legende
nach gab der Bischof von Tlaxcala der Stadt ihren ursprünglichen
Namen Ciudad de los Angeles ("Stadt der Engel"). Ihm waren
im Traum Engel erschienen, die den Ort, an dem die Stadt errichtet werden
sollte, sorgsam mit Kordeln abgesteckt hatten. Ihre spätere Ausrichtung
verdankt die Stadt jedoch weniger einer göttlichen Eingebung, sondern
viel wahrscheinlicher einem Schachbrett. Ihren Beinamen "de Saragoza"
erhielt Puebla zu Ehren des Generals Ignacio Zaragoza. Dieser konnte
die französische Armee am 5. Mai 1862 durch einen spektakulären
Sieg bei Puebla (zunächst) zurückschlagen. Heute erinnert
der Nationalfeiertag am 5. Mai an dieses Ereignis.
Sehenswürdigkeiten in Puebla:
Knapp 75 Jahre vergingen von der Grundsteinlegung 1575 bis zur Einweihung
der Kathedrale (14) im Jahre 1649. Die fast 70 m hohen
Kirchtürme der Renaissancekirche, die höchsten des Landes,
entstanden erst 30 Jahre später. Ihr Inneres ist nahezu vollständig
mit Onyx und Marmor ausgestaltet. Besonders sehenswert ist der von Manuel
Tolsá entworfene und nach seinem Tod von José Manzo fertiggestellte
Tabernakel.
Südlich der Kathedrale liegt der ehemalige Bischofspalast und
das ehemalige Priesterseminar, heute Casa de la Cultura
(15). Im ersten Stock befindet sich die Biblioteca Palafoxiana,
eine von Bischof Juan de Palafox y Mendoza im Jahre 1646 gestiftete
Bibliothek. Sehr sehenswert ist der große Saal der Bibliothek
mit seinen barocken Holzornamenten und seinem mit Talavera-Fliesen verlegten
Fußboden (Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr).
Das Haus des Dekans Tomás de la Plaza (Casa
del Dean(13)), im Jahre 1580 erbaut, soll das älteste Privathaus
der Stadt sein. 1953 fand man hier ein Wandgemälde aus dem späten
16. Jahrhundert, eine außergewöhnliche Darstellung von "I
trifoni", ein Gedicht des italienischen Dichters und Humanisten
Francesco Petrarca (1304-1374).
Die Iglesia Santo Domingo (4) wurde im Jahre 1690
vollendet. Besonders sehenswert ist ihre Capilla del Rosario (Rosenkranzkapelle).
Die hochbarocke Kapelle beeindruckt mit ihren großzügig vergoldeten
Holzornamenten, die finstere Gemälde umrahmen. Auch an den Wänden,
Säulen und im übrigen Teil des Gotteshauses wurde an dem edlen
Metal nicht gespart. Die benachbarte Markthalle (5)
dient heute nur noch kulturellen Veranstaltungen, nachdem man die Händler
auf umliegende Märkte umgesiedelt hat um die hoffnungslos überfüllten
Strassen zu entlasten.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Puebla