Mexiko - Die Altstadt von Morelia
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Begründung der Aufnahme (1991):
- Zeugnis kulturellen Austauschs
- Erbe von besonderer menschheitsgeschichtlicher Bedeutung
- Verknüpfung mit Ereignissen von universeller Bedeutung
Morelia - Einführung und geschichtlicher Überblik
Morelia - Sehenswürdigkeiten
in Morelia
Morelia - Informationen für den
Besucher (Essen, Trinken, Übernachten usw. in Morelia)
Morelia - die garnichtmehr so
kleine Kolonialstadt Morelia (ca. 800.000 Einwohner) ist ein echter
Geheimtipp für den kulturell interessierten Besucher Mexikos. In
Mitten einer malerischen Berg- und Seenregion eröffnet sich in
einer herrlichen Landschaft zwischen schier endlos erscheinenden Wäldern
und Seen mit glasklarem Wasser, 2100 Meter über dem Meeresspiegel
die Heimatstadt des in Mexiko hoch verehrten Freiheitskämpfers
José Maria Morelos (1765-1818). Wir erreichen Morelia, das sowie
Puebla und Querétaro gerne als Teil
des „goldenen Dreiecks“ bezeichnet wird, von Mexiko-Stadt
kommend über die MEX 15 Richtung Toluca nach etwa 300 km. Die Fahrt
mit dem Bus dauert 3.5 bis 4 Stunden, der Flug ca. 45 Minuten.
Die Geschichte Morelias geht auf das Jahr 1537 zurück, als die
Franziskaner in der Nähe des Indianerdorfes Guayangareo, deren
Einwohner sich seit Jahrhunderten gegen die Überfälle von
Azteken und Chichimeken erfolgreich zur Wehr setzten, ein Kloster errichteten.
Zunächst nur von Klerus und Eingeborenen bewohnt, siedelte der
Vizekönig Medonza schon kurz nach der Gründung 50 Adelsfamilien
in Morelia an, das sich zu dieser Zeit noch Valladolid nannte. Den Adligen
folgten schon bald reiche und einflussreiche Familien aus Europa. Valladolid,
benannt nach der spanischen Heimatstadt des Vizekönigs, wurde schon
bald zu einem kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zentrum
der Region. Bereits 1541 folgte zunächst die Stadterhebung und
fast unmittelbar darauf die Ernennung zur Hauptstadt der Provinz Michocán
(„Land der Fischbesitzer“). Die Provinz liegt etwa in den
Grenzen des früheren Königreichs Purépecha.
Vor allem ab dem Ende des 16. Jahrhunderts wächst die Stadt langsam
aber konsequent zur Metropole heran. Morelia beherbergt noch heute das
älteste Konservatorium Amerikas. Im Jahre 1580 zog auch das 1540
in Patzcuaro gegründete Kollegium St. Nicholas Obispo, die älteste
Universität Mexikos, in die Stadt. Im selben Jahr wird Morelia
(seinerzeit noch Valladolid) nach der Beilegung einiger kircheninternen
Rivalitäten zum Bischofssitz.
Im Jahre 1828 wurde schließlich aus Valladolid das heutige Morelia.
Die Umtaufe erfolgte zu Ehren des 13 Jahre zuvor hingerichteten Priesters
und Freiheitskämpfers José Maria Morelia. Trotz seiner fast
1 Mio. Einwohner fügt sich Morelia sehr schön in die hügelige
Landschaft der Region. Charakteristisch für seine gut 200 Baudenkmäler,
darunter 21 Kirchen und weiteren 20 öffentlichen Gebäuden,
ist ihre Bausubstanz - das rosarote Gestein der Umgebung. Die Verschmelzung
von spanischer Renaissance mit den traditionellen Bauformen Messoamerikas
machen gepaart mit einem kollonial-mexikanischen Charme einen Besuch
der Altstadt zu einem einzigartigen Erlebnis.