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Červený kameň (Bibersburg)

Satelitenbild der Burganlage

Červený kameň (deutsch: Bibersburg) - über den Ortschaften Častá und Píla thront an der Ostseite der Kleinen Karpaten die mächtige Burganlage, die sich in den letzten Jahren zu einem Besuchermagnet entwickelt hat. Schon gegen Ende des 12. Jh. stand hier eine befestigte Anlage als Teil eines regionalen Verteidigungssystems, über die heute jedoch nur wenig bekannt ist. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die mächtige Familie Thurzo Eigentümer der Anlage. Aus finanziellen Gründen verkauften sie die Burg im Jahre 1535 an die Familie Fugger, mit der sie durch die Heirat Anna Fuggers mit Juraj Thurzo (1497) bereits verschwägert waren. Die Fugger planten die Burg zu einem Lager für Eisen, Kupfer, Silber und Gold auszubauen, aber auch Wein sollte später hier aufbewahrt werden.

Es zeigte sich jedoch schon sehr bald, dass die bestehende Anlage für die Zwecke der Fugger gänzlich ungeeignet war. So ließ Anton Fugger, der 1525 von seinem Onkel Jakob (genannt "der Reiche") das größte Handelsimperium seiner Zeit übernommen hatte, die Burg kurzerhand abreißen, um nach seinen Vorstellungen ein geeignetes Lager für die wertvollen Rohstoffe errichten zu lassen. Einigen (ungesicherten) Quellen zu Folge, stammten die Pläne zum Bau dieser gewaltigen Anlage von keinem geringeren als Albrecht Dürer. Dieser war jedoch schon 1528 verstorben, was zumindest Zweifel an dieser Theorie zulässt.

Da die Geschäfte der Fugger in den folgenden Jahren nicht so liefen, wie sie es sich vorgestellt hatten (was nicht bedeutet, dass sie verarmt waren), beschloss die Familie Červený kameň abzustoßen. Ein Käufer war alsbald gefunden, im Jahre 1583 übernahm die Adelsfamilie Pálffy die Geschicke der Burg. Mehreren Bränden und Erbstreitigkeiten zum Trotz, bauten die Pálffys Červený kameň kontinuierlich im renaissance-barocken Stil aus. Die Pálffys waren Kunstliebhaber, und so ist heute eine Sammlung von schier unermesslicher Vielfalt (und Wert) im angegliederten Burgmuseum zu bestaunen. Waffen, Möbel, Bilder, Alltagsgegenstände und sogar eine kleine Apotheke im Rokokostil bieten einen eindrucksvollen Einblick in das Adelsleben vergangener Jahrhunderte. Die Burg blieb bis 1945 im Besitz der Pálffys

Langweilig wird ein Besuch Červený kameň mit Sicherheit nicht. Im Sommer wird den Gästen mit verschiedenen Jahrmärkten, Festspielen oder Ritterturnieren ein vielfältiges Programm für Jung und Alt geboten. Ebenfalls überaus sehenswert und vielgelobt sind die Vorstellungen der im Ort ansässigen Falknerei Astur (Sokoliarsky dvor Astur).