Košice - glänzende Metropole im Osten der Slowakei
Einführung und geschichtlicher Überblick
- Sehenswertes in Košice
- Essen und Trinken in Košice
Unterkunft in Košice
Fotoarchiv Košice
Landkarte von Košice
Košice - Einführung und geschichtlicher
Überblick
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land
? Für die 240.000 Einwohner Košices ist die Frage auch ohne Spiegel
schnell beantwortet: Košice ! Sie könnten Recht haben,
auch wenn der schon traditionelle Konkurrenzkampf der beiden Metropolen
Bratislava und Košice damit bestenfalls in eine neue Runde geht. Wer
meint, er träfe hier "am anderen Ende der Slowakei", unweit
der Grenze zur Ukraine auf "Hinterwäldler", der irrt. Vor
zwei Jahrzehnten mag dies noch so gewesen sein. Die Altstadt war heruntergekommen,
viele Denkmäler der Stadt baufällig, nichts, aber auch garnichts erinnerte
an den Glanz vergangener Tage. Das Märchen der Stadt ist ein bekanntes,
nur die Rollen sind anders verteilt: nicht die Prinzessin küsste den
Frosch, es war der damalige Oberbürgermeister und spätere Staatspräsident
Rudolf Schuster, der die graue Unke küsste und sie zur "Miss Slovakia"
verwandelte. Er entwarf die Pläne, warb um Investoren und kontrollierte
regelmäßig persönlich den Fortschritt seiner Initiative. Noch ehe man
sich umsah, wurde aus dem Wrack eine glänzende Metropole. Aufwändigst
wurden Haus für Haus, Denkmal für Denkmal, Monument für Monument saniert.
Die Bürger der Stadt sind Rudolf Schuster dankbar für seine Bemühungen.
Ja, selbst das Loch, das er nach seiner Amtszeit in der Stadtkasse hinterlies,
tragen sie ihm nicht nach.
Dem Tüchtigen hilft das Glück ! Im Jahre 1995 ließ sich vor den Toren
der Stadt der US-Amerikanische Stahlproduzent US-Steel nieder und schuf
für etwa 15.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Von der Arbeitslosigkeit,
die in der Ostslowakei schon dramatische Dimensionen erlangt hat, scheint
Košice, zumindest in diesem Ausmaß, nur wenig mitzubekommen. Die Wirtschaft
floriert, die Kassen können allmählich ihre Defizite begleichen, es
geht bergauf mit der Stadt. Dennoch scheinen viele Bürger der Stadt
etwas verbittert. Bis zu der versprochenen Chancengleichheit mit Bratislava
oder Banská Bystrica ist es noch ein
weiter Weg. Ein Großteil der Bevölkerung fühlt sich von der slowakischen
Regierung im Stich gelassen.
Schon zu Beginn des 11. Jh. befand sich an der Stelle des heutigen
Košices eine slawische Siedlung. Vor allem Slawen und Deutsche bauten
hier Wein an (überwiegend Tokajer). Mit dem Bergbau kam auch das Geld
nach Košice, so dass sie bereits 1248 Stadtrechte bekam und im Jahre
1347 zur freien Königsstadt avancierte. Als erste europäische Stadt
erhielt Košice 1369 eine Wappenurkunde. Gegen Ende des 15. Jh. war Košice
bereits die drittgrößte Stadt Ungarns. Vielleicht wäre Košice sogar
noch größer und bedeutungsvoller geworden, wäre es nicht immer wieder
zwischen kriegerische Fronten geraten. Mal waren es antihabsburgerische
Aufstände, mal die Osmanen, die der Stadt zusetzten. Einer der größten
Anführer der antihabsburgerischen Aufstände, Franz II. Rákóczi (1676
- 1735), verlegte während des letzten und größten Aufstandes gegen die
unliebsamen Machthaber (1703 - 1711) sein Hauptquartier nach Košice.
Sein Konterfei ziert heute in Ungarn die 500-Forintnote.
Zu einem erneuten Aufschwung kam es erst wieder im Jahre 1869 mit der
Anbindung an die Eisenbahnlinie. Košice entwickelte sich zu einem Musterbeispiel
des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlichster Kulturen und Religionen.
Als Beispiel sei der Schriftsteller Sándor Márai (1900 - 1989) genannt,
der seine Werke in deutscher, ungarischer und englischer Sprache publizierte.
1918 an die Tschechoslowakei angegliedert wurde Košice in den Jahren
1938 bis 1945 von den Ungarn annektiert (Münchner Abkommen). In dieser
Zeit fand auch das friedliche Miteinander ein trauriges Ende. Mindestens
15.000 Juden wurden ihrer Freiheit und Heimat beraubt und kamen in verschiedenen
Konzentrationslagern ums Leben. Im Frühjahr des Jahres 1945 konnte sich
die Stadt sogar einen Monat lang als Hauptstadt der Tschechoslowakei
rühmen. Am 5. April 1945 verkündete die erste tschechoslowakische Regierung
unter Edvard Beneš (1884 - 1948) in Košice ihr Nachkriegsprogramm, dass
sog. Kaschauer Programm. Schon immer war Košice Vorreiter moderner,
avantgardistischer Ideen: bereits im Jahre 1979 unterzeichnete der damalige
deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher gemeinsam mit seinem tschechoslowakischen
Amtskollegen Bohuslav Chňoupek ein Parnterschaftsabkommen zwischen Wuppertal
und Košice. Zur Zeit des Eisernen Vorhangs eine kleine Sensation und
ein Meilenstein der deutsch-slowakischen Freundschaft.