Martin - Zentrum der slowakischen nationalen Bewegung
Martin (deutsch: Sankt Martin in der Turz) - die geschichtsträchtige
Stadt Martin liegt malerisch zwischen Hügelketten der Kleinen und Großen
Fatra am Rande des Flusses Turiec, der auch der gesamten Region ihren
Namen gibt. Heute zählt Martin etwa 61000 Einwohner, die ihre Stadt
gerne und nicht ganz ohne Stolz, als die "slowakischste" Stadt
des Landes bezeichnen. In den letzten Jahren haben auch einige Touristen
Martin für sich entdeckt. Das verwundert nicht: ihre einzigartige Lage,
fernab von Massentourismus, bietet den Besuchern zahlreiche Möglichkeiten
der Erholung. Von Žilina kommen erreichtm man über die Hauptstraße 11
nach etwa 25 km das Städtchen Martin.
Wie alt Martin tatsächlich ist, kann nicht mit Sicherheit bestimmt
werden. Stattrechte erhielt der Ort jedoch bereits im Jahre 1340. Zu
dieser Zeit ernährte sich die Bevölkerung von Martin überwiegend von
der Landwirtschaft. Als diese die wachsende Zahl der Einwohner nicht
mehr ernähren konnte, zogen viele Bürger der Stadt als Händler durch
ganz Europa. Kräuter, Öl und Safran boten die Kaufleute auf ihren Reisen
feil. Im Jahre 1868 wurde in Martin eine erste Bank als Aktengesellschaft
eröffnet.
Aufsehen erregte Martin im 19. Jahrhundert als Zentrum der slowakischen
Nationalbewegung. Erstmalig in der Slowakei wurde 1861 in Martin im
Rahmen einer Versammlung Autonomie für die Slowakei und die Einführung
des Slowakischen als Amtssprache gefordert. Am 30. Oktober 1918 verkündete
in Martin die slowakische Nationalversammlung offiziell ihren Willen
zur Einheit mit Tschechien. Im August des Jahres 1944 entfachte in Martin
der slowakische Nationalaufstand.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen das Slowakische
Nationalmuseum (Slovenské národne múzeum), sowie das südlich von Martin
gelegene Freilichtmuseum. Ersteres beherbergt eine umfangreiche ethnographische
Sammlung mit über 140.000 Exponaten. Dem Museum ist auch das ehemalige
Wohnhaus des Malers Martin Benka (1888-1971) angegliedert, dem Wohl
berühmtesten Sohn der Stadt. Im Museum des slowakischen Dorfes (Múzeum
slovenskej dediny) kann der Besucher auf einem etwa 100ha großen Terrain
300 Bauwerke der slowakischen Volksarchitektur bestaunen.