Zips - Zipser Burg, Zipser Kapitel und Žehra
Zipser Burg (Spišský hrad) und Spišské
Podhradie (Kirchdrauf)
Zipser Kapitel (Spišská Kapitula)
Heilig-Geist-Kirche (Kostol sv. Ducha) in Žehra
- Bilderarchiv
- Zipser Burg und Spišské
Podhrahie
Zipser Kapitel
Žehra
Zipser Burg (Spišský hrad) und Kirchdrauf (Spišské
Podhradie)
16 Kilometer östlich von Levoča erhebt sich auf einem 634 Meter hohen
Travertinhügel die imposante Zipser Burg (Spišský hrad). Mit über 4
ha Fläche gehört die Burg mit ihren 5 Burghöfen zu den größten Burganlagen
Europas. Zu ihrer Glanzzeit (13. - 15. Jh.) sollen hier bis zu 2000
Menschen gelebt haben. Urkundlich wird die Burg erstmalig im Jahre 1209
erwähnt, wie archäologische Funde jedoch belegen, war der Hügel bereits
im 5. Jh. v. Chr. besiedelt. Im Sommer finden am Burghang Ritterfestspiele,
Freilichtkonzerte und andere mittelalterliche Veranstaltungen statt.
Auskunft erteilt das Informationsbüro der Stadt Levoča (www.levoca.sk/deu/deutch.htm).
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg, die sich grob in drei Ebenen
gliedern lässt, immer wieder erweitert und umgebaut. Die intensivste
Bautätigkeit erfuhr die Festung im 15. Jh. unter Ján Jiska. Auftraggeberin
war die Witwe Albrecht II. von Habsburg (1397 - 1439) Elisabeth von
Luxemburg, die energisch die Rechte ihres erst wenige Monate alten Sohnes
Ladislaus Postumus (1440-57) vertrat. Die Burg blieb bis 1465 in königlichen
Besitz, in späteren Jahrhunderten wechselte sie jedoch des öfteren ihren
Besitzer. Prominente Herren des Anwesens stammten aus den Adelsgeschlechtern
der Thurzo, Zápolya oder Csáky. Diese bauten vorwiegend den oberen Teil
der Anlage aus. So richtig heimisch jedoch fühlte sich in den Gemäuern
scheinbar niemand, was dazu führte, dass die Festung gegen Ende des
18.Jh. von ihren Eigentümern verlassen wurde. Was weder Tartaren, Mongolen,
Osmanen noch anderen Angreifern gelang, vollbrachte schließlich 1780
ein verhehrender Brand: große Teile der Zipser Burg fielen den Flammen
zum Opfer.
Seit 1970 wird die Burg systematisch renoviert und der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. In den Mauern des Zápolypalasts auf der obersten
Ebene der Anlage befindet sich heute ein Museum. Hier wird die Geschichte
des Hügels von der vorchristlichen Zeit bis zum Ende des Mittelalters
anschaulich dargestellt. Daneben befindet sich eine Waffensammlung,
wer es gerne etwas gruselig hat, kann auch die alte Folterkammer bestaunen.
4 km von der Burg entfernt liegt das kleine Städtchen Spisske Podhrahie
(Kirchdrauf). Der slowakische Name der Ortschaft lässt sich frei mit
"unter der Zipser Burg" übersetzen. Bereits in der Jungsteinzeit
(5. Jt. v. Chr.) siedelten sich in der Region Menschen an. Die Geschichte
der Stadt hängt eng mit der Geschichte der Zipser Burg und des Zipser
Kapitels zusammen, deren Bedienstete zum größten Teil hier lebten. Im
15. Jh. erhielt Spisske Podhrahie Marktrechte. Besonders sehenswert
ist die Kirche der Geburt der Jungfrau Maria (Farský kostol Narodenia
Panny Márie) aus dem 13. Jahrhundert.
Zipser Kapitel (Spišská Kapitula)
Nur einen Kilometer von Spišské Podhrahie entfernt liegt das Zipser
Kapitel (Spišská Kapitula), das über Jahrhunderte geistliche Hochburg
der Deutschen in der Region war. Im Jahre 1198 gründeten Deutsche Siedler
den kleinen Vorort von Kirchdrauf. Die frühromanische St. Martinskathedrale
(Katedrála sv. Martina) wurde in den Jahren 1245 bis 1273 erbaut. Nur
fünf der einst dreizehn prächtigen Altäre sind heute noch erhalten.
Besonders sehenswert sind der Hauptaltar aus dem 15. Jahrhundert, sowie
der Marienkrönungsaltar. Über dem Nordeingang und unterhalb des einzigen
erhaltenen romanischen Fenster der Kathedrale zeigt eine gut erhaltene
Freske die Krönungszeremonie König Karl Alberts von Anjou (1317). Die
Grabkapelle der Familie Zápolya wurde 1493 angebaut.
Kaiserin Maria Theresia erhob 1776 die Propstei zum Bischofssitz. Von
1815 bis 1950 beherbergte das Kapitel auch ein Priesterseminar. Nach
dem zweiten Weltkrieg wurde der gesamte Komplex verstaatlicht, erst
nach dem Ende der kommunistischen Zeit wurde es im Jahre 1989 an die
Kirche zurückgegeben. Heute leben hier zumeist Geistliche, die ihren
Ruhestand im Zipser Kapitel verbringen.
Heilig-Geist-Kirche (Kostol sv. Ducha) in Žehra
Rund 22 km östlich von Levoča am Fuße des Dreveník liegt die Heilig-Geist-Kirche
(Kostol sv. Ducha) des kleinen Örtchens Žehra (Schigre). Das frühgotische
Gotteshaus aus weißgetünchten Travertinsteinmauern und einer überdimensionalen
Zwiebelkuppel entstand bereits im Jahre 1245. Die Fresken im Inneren
der Kirche gleichen einem Bilderbuch, byzantinische und italienische
Einflüsse sind unverkennbar. Nach einer großen Pestepidemie wurden sie
auf Anordnung der Obrigkeit mit Kalkfarbe übermalt, unter der sie drei
Jahrhunderte verdeckt blieben. Ebenfalls sehenswert sind ein Taufstein
aus dem 13. Jh. und ein der Hl. Rosalia geweihter barocker Altar. Sollte
die Tür verschlossen sein, gibt ein mehrsprachiges Hinweisschild an
der Eingangstür Auskunft darüber, bei wem der Schlüssel gerade hinterlegt
wurde (meistens ist dies beim Dorfpfarrer, der gerne aufschließt und
nähere Auskünfte erteilt).