Sri Lanka - Die Ruinenstadt Polonnaruva
Die Ruinenstadt Polonnaruva (Polonnaruwa) liegt im
Landesinneren Sri Lankas, etwa 220 km nördöstlich von der
Hauptstadt Colombo und knapp 100 km südöstlich von Anuradhapura.
Nach der Zerstörung von Anuradhapura durch die Tamilen im Jahre
993 wurde Polonnaruva die zweite Hauptstadt der Singhalesen-Könige.
Die Ruinenstadt Polonnaruva wird seit 1982 zum Weltkulturerbe gezählt.
Die eigentliche Ruinenstadt Polonnaruva ist im Gegensatz zu Anuradhapura
ein von einer historischen Stadtmauer abgeschlossenes Gelände.
Zahlreiche Profan- und Sakralbauten trotzten über Jahrhunderte
dem Dschungel, der sich nach der Eroberung durch die Tamilen über
die Stadt breit gemacht hatte. Bereits im 8. Jahrhundert war Polonnaruva
immer mal wieder Residenz einiger singhalesischer Herrscher. Endgültig
zur Hauptstadt wurde Polonnaruva erst im 12. Jahrhundert. Ihre bedeutendsten
Könige Parakrama Bahu (1153-1186) und Nissanka Malla (1187-1196)
führten die Stadt Polonnaruva zu ihrer Blütezeit. Unter ihrer
Führung entstanden die drei historischen Stadtmauern, Tempel, Paläste
und zahlreiche Buddhastatuen. Neben Gärten und Parks entstand zu
dieser Zeit ein beeindruckendes Bewässerungssystem, ein riesiger
künstlicher Staudamm (Parakrama Samudra) wurde angelegt.
Gut dreihundert Jahre nach Anuradhapura ereilte Polonnaruva das gleiche
Schicksal. Über zwei Jahrhunderte konnten die Einwohner ihre Stadt
erfolgreich gegen die Tamilen verteidigen bis sie schließlich
im Jahre 1314 der Übermacht der Eindringlinge unterlagen. Polonnaruva
wurde fast vollständig geplündert und zerstört. Die folgenden
Jahrhunderte herrschte der Dschungel über Polonnaruva. Erst im
19. Jahrhundert wurden ihre Ruinen entdeckt und seit dem, mit einigen
Unterbrechungen, systematisch freigelegt.
Sehenswürdigkeiten in Polonnaruva :
Vom ehemaligen Königspalast (18) ist nicht mehr
viel übrig geblieben. Seine gewaltigen Außenmauern sind zum
Teil noch gut erhalten. Die Überreste der 33 m langen und 14 m
breiten Empfangshalle lassen die Größe der ehemaligen Residenz
des Königs Parakrama Bahu nur erahnen. Der Palast hatte über
1000 Räume, verteilt auf sieben Etagen.
Auch von der königlichen Audienzhalle (20), auch
Elefantenpavillon genannt, ist nur noch wenig erhalten. Neben ein paar
Säulen und dem Treppenaufgang ist noch eine mit Tierbildern verzierte
Balustrade zu bestaunen.
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