Sri Lanka - Die Ruinenstadt Sigirija
Die Ruinenstadt Sigirija liegt ziemlich genau im Zentrum
des Landes, etwa 170 km nordöstlich der Hauptstadt Colombo und
70 km südöstlich von Anuradhapura. Die Ruinen von Sigirija
werden seit 1982 zum Weltkulturerbe gezählt.
Mitten aus dem Monsunwald erhebt sich über 200 m hoch ein mächtiger
Monolith. Auf dem nur schwerzugänglichen Plateau ließ sich
der höchst eigenwillige Singhalesenkönig Kassapa seine mächtige
"Himmelsburg" erbauen. Dieser uneheliche Sohn König Dhatusenas
ermordete erst seinen Vater und schickte dann seinen Halbbruder Moggallana
ins Exil nach Südindien um an seiner Stelle selbst das königliche
Zepter zu übernehmen. Aus Furcht vor dessen Rache residierte Kassapa
18 Jahre lang (473 - 491) in seinem Prunkpalast. Die ohnehin schon schwerzugängliche
Anlage wurde noch durch mächtige Steinmauern und Gräben verstärkt,
die bei Bedarf auch geflutet werden konnten. Im Jahre 491 schließlich
nahm der Traum ein Ende. Sein Halbbruder Moggallana hatte zwischenzeitlich
im Exil ein mächtiges Heer neu formiert und zog nach Sigirija um
seinen Vater zu rächen. Einer Legende nach, soll der Kriegselefant
Kassapas plötzlich kehrt gemacht haben, woraufhin seine Truppen
flüchteten. Dem egozentrischen König blieb nur noch sich selbst
das Leben zu nehmen.
Schwindelfreie erreichen die Anlage über eine gut befestigte Wendeltreppe,
die sich um den mächtigen Felsen schmiegt. Ungefähr auf halber
Höhe gelangt man zu den "Fresken der Wolkenmädchen".
Von den einst 500, aus selbsthergestellten Farben auf Stuck gemalten
Fresken sind heute noch 19 in einem bemerkenswerten Zustand erhalten.
Diese auf Sri Lanka einzigartigen Mädchendarstellungen zeigen unbekleidete
Mädchen, ab den Hüften in Wolken versunken. Auch Besucher,
die nicht viel von "bemalten Steinen" halten, sollten sich
die beeindruckende Schönheit dieser Malerein aus dem 5. Jahrhundert
nicht entgehen lassen. Unter den Namen Sigirija Graffiti sind Unterschriften
und Reime von Besuchern aus dem 5. Jahrhundert bekannt, die entlang
der Felsengallerie in den polierten Felsen geritzt wurden. "Es
sind die kleinen Geister, die großes zerstören": Möglicherweise
müssen erst noch weitere 1500 Jahre vergehen, bis die Eintragungen
der heutigen Besucher zum Weltkulturerbe erklärt werden, vielleicht
mangelt es der UNESCO (genauso wie dem Verfasser dieses Berichts) aber
auch nur am nötigen Kunstverständniss. Am Fuße des mächtigen
Felsen fand man die Grundmauern eines riesigen königlichen Lustgartens.