Die Altstadt von Bosra mit dem Amphitheater
Einführung und geschichtlicher Überblick
- Sehenswertes in Bosra
- das Amphitheater
- weitere Sehenswürdigkeiten in Bosra
- Verpflegung und Unterkunft in Bosra
Fotoarchiv Bosra - noch
nicht verfügbar -
Landkarte von Bosra
Satelitenaufnahme des
Theaters
Bosra - Einführung und geschichtlicher
Überblick
Bosra - einst gehörte die etwa 150 km südlich von
Damaskus gelegene Stadt zu den wichtigsten der Region. Fährt man heute
nach Bosra, so ist man sicherlich beeindrukt von den Ruinen. Das Amphitheater
von Bosra ist heute eines der besterhaltensten römischen Theater der
Welt, lediglich die Theater von Aspendos (Türkei) und El
Djem (Tunesien) können noch durch ähnliche monumentale Überreste
beeindrucken. Dass dieses Ruinenfeld nahe der jordanischen Grenze aber
einmal ebenso bedeutend war, wie etwa Damaskus oder Palmyra, vermag
man sich jedoch nur noch schwerlich vorzustellen. Zu den sieben Weltwundern
der Neuzeit wurde Bosra freilich nicht gewählt, um so erstaunlicher
ist es, dass Bosra einst das nahegelegene Petra als Hauptstadt der Nabatäer
ablösen konnte. Drei Gegebenheiten waren ausschlaggebend für den einst
schier unermesslichen Reichtum und dem Glanz der Stadt: zum einen lag
Bosra inmitten einer höchst fruchtbaren Ebene, zum zweiten gab es in
der Stadt natürliche Wasservorkommen und schließlich lag Bosra strategisch
wichtig an einem Knotenpunkt zahlreicher wichtigsten Handelsstraßen,
so z.B. der legendären Weihrauchstraße.
Die Geschichte der einst so bedeutenden Stadt reicht bis in das 14.
vorchristliche Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit wurde eine fürstliche
Siedlung namens Busruna erstmalig in ägyptischen Schriften
urkundlich erwähnt. Die meisten Archäologen sind sich einig, dass es
sich um einen Vorläufer des späteren Bosras, das in der Antike unter
dem Namen Bostra bekannt war, handelte. An Bedeutung gewann Bosra schließlich
einige Jahrhunderte später, als ein wichtiger Außenposten der Nabatäer.
Deren König Aretas III. (87-62 v. Chr.) hatte zwar Bosra um einige Bauwerke
erweitert, gegründet, wie er gerne verkünden ließ, hatte er sie jedoch
mit Sicherheit nicht. Schon etwa einhundert Jahre vorher wird die Stadt
im alten Testament als als eine große befestigte Stadt erwähnt (1 Makkabäer
5,26). Als im Jahre 64 v.Chr. Pompeius in Syrien einfiel, wurde Bosra
zwar formell dem römischen Reich angegliedert, faktisch blieb es jedoch
unabhängig. Die Nabatäerkönige Malichus II. (40 - 71) und Rabell II.
(71-106) residierten gar zeitweise in Bosra, letzterer machte Bosra
sogar zur Hauptstadt der Nabatäer.
Die endgültige Eroberung Bosras gelang erst im Jahre 106 n.Chr. dem
römischen Feldherrn Cornelius Palma, der Bosra unter dem Namen Nova
Traiana Bostra zur Hauptstadt der neugegründeten römischen Provinz
Arabia machte. Auch die römische Garnison III. Legio Cyrenaica wurde
in Bosra stationiert. Es war der Beginn einer glanzvollen Blütezeit
der Stadt. Im Jahre 130 besuchte der römische Kaiser Hadrian (76-138)
Bosra. Einen weiteren Aufschwung erfuhr die Metropole, als ihr unter
Alexander Severus (208-235) das Münzrecht zugesprochen wurde. Unter
Philippus Arabs (204-249) wurde Bosra zur Colonia erhoben, womit die
Einwohner der Stadt das römische Bürgerrecht erhielten
Um 300 n.Chr. wurde Bosra zum Bischofssitz. Von hier aus wurden zahlreiche
Araber, die aus dem Süden Richtung Damaskus flohen, zum Christentum
missioniert. Zu dieser Zeit zählte Bosra stolze 80.000 Einwohner. Innerchristliche
Kämpfe im 6. Jahrhundert schwächten die Stadt jedoch soweit, dass sie
im Jahre 634 als erste byzantische Stadt von muslimischen Arabern erobert
werden konnte. Die wenigsten Einwohner Bosras leisteten jedoch den Angreifern
ernsthaften Widerstand, viele beteiligten sich später sogar an der Eroberung
Damaskus'. Schon zur Zeit der Omajaden (660-750) wurde das Theater systematisch
zur Festung ausgebaut. Somit konnte Bosra zweimal den Angriffen der
Kreuzritter trotzen (1147 und 1151 unter Balduin III., König von Jerusalem).
Erst den Mongolen gelang es im Jahre 1260 die Stadt zu überrennen. So,
wie sie kamen, so zogen die Mongolen jedoch auch wieder ab, schon 1261
wurde mit dem Wiederaufbau der Stadt begonnen.
In den folgenden Jahrhunderten spielte Bosra weiterhin eine bedeutende
Rolle als Knotenpunkt wichtiger Handelsstraßen. Von weither angereiste
Kaufleute machten hier Rast, in Bosra trafen sich Händler auf ihrem
Weg zu den unterschiedlichsten nahen und entfernten Zentren. Reisende
vom Mittelmeer bis hin zum persischen Golf, Geschäftsleute aus Ägypten,
Palmyra oder Damaskus trafen sich hier. Auch Pilger auf ihrem Weg nach
Mekka fanden in Bosra eine gelegene Raststätte. Erst mit der Inbetriebnahme
der Hejaz-Bahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang Bosra ins sprichwörtliche
Abseits. Heute leben in Bosra nur noch wenige Familien, vorwiegend von
der Landwirtschaft.