Nachrichten aus der Türkei

1. August 2009

Luftraumverletzungen provozieren Griechenland

Abgelegt unter: Nachrichten — Tags: — Christoph @ 15:27
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Griechenland fühlt sich durch beständige Luftraumverletzungen der Türkei provoziert. In einem Interview der türkischen Tageszeitung Hürriyet beklagte sich die griechische Außenministerin Dora Bakoyannis über den anhaltenden Zustand. Die Verletzung des griechischen Luftraumes und Flüge über die Inseln der Dodekanes sei eine unnötige Provokation und gefährde die Beziehungen der beiden Nachbarstaaten. Durch Übungsflüge 300 m über den Häusern der griechischen Insel Agathonisi würde die Türkei die Sicherheit der Region in keinster Weise verbessern. Vielmehr stelle die Türkei mit ihren Aktionen die Glaubwürdigkeit ihrer Forderungen in Frage. Die Militärjets seien eine unzumutbare Lärmbelästigung für die Bewohner der Inseln.

Die Griechische Insel Kastellrizo“Meine Position ist klar: ich ziehe stets eine Kooperation einer Konfrontation vor”, so die griechische Außenministerin. “Wir sind Natopartner und hoffentlich in Zukunft auch Partner in der EU. Wieder und wieder habe ich vor meinen europäischen Kollegen bekräftigt, dass kein anderer eine Mitgliedschaft der Türkei in der EU mehr befürworte als Griechenland. Über die letzten Jahre hinweg haben die verschiedenen Regierungen Griechenlands der Türkei immer wieder freundschaftlich die Hand entgegengereicht. Ich hoffe, dass die türkische Regierung auf diese Geste reagiert und wir den Worten Taten folgen lassen können.”

Verschiedene Gebietsansprüche über der Ägäis belasten seit vielen Jahren die Beziehungen der beiden Länder. Im Jahre 2006 kollidierten zwei Kampfjets in der Luft, der griechische Pilot kam dabei ums Leben. “Die Flüge verletzen internationales Recht”, kommentiert Bakoyannis die zunehmende Zahl der Flugmanöver des türkischen Militärs. Ganz abgesehen davon, sind sie gefährlich. Durch die Verletzung des griechischen Luftraumes könnten sich Unfälle wie der, der 2006 dem jungen Piloten das Leben kostete, wiederholen.

Ein weiterer Punkt, der die griechisch-türkischen Beziehungen derzeit belastet, ist die Diskussion um die Wiedereröffnung des Seminars von Halki auf der Prinzeninsel Heybeliada im Marmarameer. Das Seminar in den Mauern des Hagia-Triada-Klosters war bis zu seiner Schließung durch den türkischen Staat die wichtigste Hochschule des ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel. Die griechische Außenministerin sieht in Bartholomäus I., dem Patriarchen von Konstantinopel, einen ausgezeichneten und kompetenten Friedensbotschafter. Durch die längst überfällige Wiedereröffnung der Hochschule könnte die Türkei beweisen, dass sie sich auf dem richtigen Weg zu einer Mitgliedschaft in der EU befindet.

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