Eine regionale Umweltschutzgruppe macht die Abteilung für Forstwirtschaft für den Tod tausender Vögel am Bafasee verantwortlich. Feuerwehrübungen mit Löschflugzeugen hätten den Tod der Tiere verursacht. Die Förster streiten derartige Übungen über dem Terrain des Bafasees ab, während die Umweltschützer sich ihrerseits auf Zeugenaussagen Einheimischer berufen.
Der etwa 100 km nördlich von Bodrum gelegene Bafasee (türkisch: Bafa Gölü) ist die Heimat von über 100 Vogelarten. Auch über 250 verschiedene, teils endemische, Orchideenarten wachsen in der Region. Ein Teil des Sees liegt in der Provinz Aydın, der andere zählt zum Verwaltungsgebiet Muğlas. Die Nachrichtenagentur Doğan
will erfahren haben, dass vor zwei Wochen der Bafasee für umfangreiche Feuerwehrübungen genutzt wurde. Die Flugzeuge würden ihre mächtigen Depots im See auffüllen und anschließend tonnenweise Wasser über die Region schütten. Vogelnester würden so zerstört und vorwiegend Jungvögel getötet. Gegenüber der Nachrichten Anatolia wiesen die Verantwortlichen Förster derartige Anschuldigungen entschieden zurück.
Einheimische hatten die Vorfälle der Stiftung der Naturliebhaber zum Schutze von Ökosystemen (Eko Sistemi Koruma ve Doğa Sevenler Derneği, EKODOSD) gemeldet. Diese hat wiederum sogleich beim zuständigen Amt für Naturparks in Kuşadası Beschwerde eingelegt. In ihrem Appell riefen die Naturschützer die Behörden dazu auf, den Übungen umgehend Einhalt zu gebieten. Die Übungen wurden daraufhin in die Güllük Bucht, nahe der Hafenstadt Bodrum verlegt.
Nach ersten Besichtigungen der Region und auch der Insel Menet durch EKODOSD, beklagt diese den Tod duzender Vögel. Kein Nest sei unbeschädigt geblieben. “Während die größeren Vögel den Wassermassen entkommen konnten, waren die Jungvögel diesen schutzlos ausgeliefert”, berichtet Bahattin Sürücü, Vorsitzender der EKODOSD. “Unzählige junge Vögel wurden gegen Bäume geschleudert, viele Graureiher brachen sich beim Sturz aus ihren Nestern die Flügel.” Sürücü hob die Notwendigkeit der Feuerwehrübungen hervor. Sie seien unabdingbar im Kampf gegen Waldbrände und eine notwendige Maßnahme zum Schutze von Mensch und Umwelt. Dennoch sei der Bafasee mit seinem empfindlichen ökologischen System ein denkbar ungeeigneter Ort für derartige Manöver.
Die Verantwortlichen der Abteilung für Forstwirtschaft räumten zwar ein, gelegentlich dem See Wasser zu entnehmen, niemals jedoch hätten sie über dem See, deren Ufer oder der Insel Menet ihre Tanks entleert. Übungen seien derzeit ohnehin keine geplant. Die Berichte der Umweltschützer seien frei erfunden. Bei den Fotos der getöteten Vögel handele es sich um einige Jahre alte Archivbilder. Piloten berichteten, sie seien vom Bodrum-Milas-Flughafen lediglich zu Erkundungsflügen gestartet. Auch Flugleiter Ayhan Nevarsa wies die Vorwürfe zurück: “Derartige Vorwürfe stimmen uns traurig. Unsere Männer riskieren ihr Leben für Mensch und Umwelt. Sie mit derartigen Beschuldigungen zu konfrontieren, ist mehr als ungerecht.”

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