Wieder einmal hat Serdar Turgut, der in der Türkei sehr bekannte Kolumnist der Tageszeitung Akşam, die Gemüter seiner Leser und vor allem seiner Leserinnen erregt. Frauenvereinigungen wollen Turgut nun vor Gericht sehen. In seiner Kolumne hatte er berichtet, er wolle die kurdische Sängerin Rojin entführen und zu seiner Sexsklavin machen. Die Fernsehmoderatorin, die nicht nur bei den Kurden sehr beliebt ist, hat bereits mindestens eine Klage gegen Serdar Turgut vor Gericht beantragt. In einem Interview mit der türkischen Tageszeitung Zaman erhebt sie schwere Vorwürfe gegen Turgut. Dieser würde seine Kolumne missbrauchen um sie wegen ihres Geschlechts und ihrer ethnischen Herkunft zu demütigen.
In einer Fernsehsendung entschuldigte sich Turgut öffentlich und bedauerte, dass sein Humor missverstanden worden sei. Nagehan Alçı, der ebenfalls für die Akşam schreibt, betonte auch, dass es sich bei Turguts Äußerungen selbstverständlich nur um “Witzeleien” handele. Er räumte jedoch ein, dass manche Bemerkungen seines Kollegen unangebracht seien.
Die türkische Frauenbewegung Med-iz erhebt massiven Protest gegen den Kolumnisten: “wir sind keineswegs humorlos und man kann durchaus auch Späße mit uns treiben. Im vorliegenden Fall sind aber die Grenzen des Humors weit überschritten worden.” Frauenrechtlerin Melek Özman, ebenfalls Mitglied der Med-iz, erklärte, Turguts Äußerungen seien derart dekadent, dass sie nicht einmal eine Reaktion verdienen. Dennoch wolle sie sich der Klage gegen Turgut anschließen, da seine Beleidigungen nicht nur die kurdische Künstlerin, sondern alle Frauen degradiere.
Dr. Kerem Altıparmak von der Universität Ankara ist ebenfalls der Auffassung, hier sei Turgut zu weit gegangen, da es sich längst nicht mehr um einen persönlichen Konflikt handle. Der Artikel könne sehr leicht als Angriff gegen eine bestimmte ethnische Gruppe (fehl ?)interpretiert werden. “Die Hauptfrage bleibt, ob der Artikel eine Entführung kurdischer Frauen rechtfertigt. In Turguts Darstellungen wird (gewollt oder nicht) allen kurdischen Frauen eine Verbindung zur verbotenen Arbeiterpartei PKK suggeriert. Betrachtet man dazu noch die aktuelle Situation in der Türkei, so sind derartige Ausführungen überaus brisant und unpassend.”


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