Nachrichten aus der Türkei

1. August 2009

Aktivistin in Marmaris beklagt „rüpelhaftes“ Verhalten bei Touristen

Abgelegt unter: Nachrichten — Tags:, , , — Christoph @ 11:17
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Filiz Ersan, Kopf der Vereinigung Freiwilliger für Umwelt und Tourismus in Marmaris hat die zuständigen Behörden aufgefordert, ausländische Touristen vor Randalen und „rüpelhaften“ Verhalten zu warnen. In einer schriftlichen Petition verlangte Ersan Maßnahmen gegen „randalierende und lärmende“ Touristen, die dach „stundenlangen Alkoholkonsum“ auf ihrem Weg zurück ins Hotel die Einheimische Bevölkerung belästige.

Der Jachthafen von MarmarisErsan wünscht sich eine schriftliche Warnung an alle Hotels und Reiseagenturen in der Region. Diese sollten die Touristen zu rücksichtsvollen und leisem Verhalten ermahnen. Die Aktivistin ist der Meinung, „Die Türkei könnte durch zügellose Verhalten der Besucher an Image verlieren“. Ersan fügt hinzu: „wir bringen ihnen türkische Gastfreundschaft entgegen, sie aber wiederum zetteln unter Alkoholeinfluss immer wieder Schlägereien an. In den letzten zwei Wochen ist die Zahl der Raufereien mit ausländischer Beteiligung beachtlich gestiegen.“

Offizielle Zahlen können dies nur zum Teil bestätigen. Demzufolge wurden von polizeilichen Behörden im Hotelbezirk der Stadt, in dem sich vorwiegend Ausländer aufhalten in vergangener Zeit 23 Schlägereien gemeldet. Sechs mal waren Ausländer involviert. Insgesamt 213 mal hat die Polizei Ausländer vor Unruhen gewarnt. Wie oft bei diesen „Unruhen“ Ausländer verwickelt waren, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Erst vergangene Woche wurde Farhan Iqbal, ein 19-jähriger Brite aus Glasgow, von türkischen Jugendlichen mit 9 Messerstichen attackiert. Sein 21-jähriger Bruder Afnan erlitt bei dem Angriff eine Unterarmfraktur und mehrere offene Wunden, die zum Teil genäht werden mussten. Drei der Angreifer wurden in vorübergehende Gewahrsam genommen, ein 15-Jähriger wurde dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Die Mutter der beiden Opfer ist fassungslos: „Keiner meiner beiden Söhne hat derartiges verdient. Sie sind gute, wohlerzogene Jugendliche. Sie trinken nicht, sie rauchen nicht. Das verbietet ihnen ihre Religion. Sie sind doch auch Muslime.“

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