Antalya - Perle im Süden der Türkei
Antalya - noch vor wenigen Jahrzehnten eine kleine,
verschlafene Ortschaft im Süden der Türkei, hat sich Antalya längst
zur Millionenstadt gemausert. Ob die für das Jahr 2030 prognostizierten
10 Mio. Einwohner erreicht werden, kann uns nur die Zukunft sagen. Eine
boomende Wirtschaft, die günstige Lage des Hafens und nicht zuletzt
der einsetzende Massentourismus haben in den letzten Jahren für den
Aufschwung gesorgt. Zur Hauptsaison starten und landen die Flugzeuge
am etwa 15 km östlich der Metropole gelegenen Çalkaya-Flughafen
im Minutentakt. All-Inclusive-Urlauber, Abenteuerurlauber, Individualreisende,
Langzeittouristen: sie alle landen hier. Von hier aus geht es beispielsweise
nach Side oder Alanya im Osten, nach Kemer oder die lykische Küste im
Süden und Westen, in eine herrliche Seenlandschaft im Norden.
Funde aus der nördlich von Antalya gelegenen Karainhöhle belegen, dass
schon in prähistorischer Zeit in der Region Menschen lebten. In hethitischen
Inschriften um 2000 v.Chr. wird eine Siedlung namens Ahhiyawalı erwähnt,
die vermutlich eine Vorgängerin des heutigen Antalyas war. Die Einwohner
Ahhiyawalıs trieben mit den Hethitern einen regen Handel und zogen auch
mit ihnen in den Krieg gegen die Ägypter. Im 12. Jh. v.Chr. wurde das
Gebiet schließlich von Achäern besiedelt. Die uns heute bekannte Stadt
Antalya wurde von König Attalos II. von Pergamon im Jahre 158 v.Chr.
als Attaleia gegründet, der in diesem Jahr die (erfolglose) Belagerung
Sides aufgegeben hatte. Ein viertel Jahrhundert später, im Jahre 133
v.Chr. fiel Pergamon (und somit auch Antalya) an die Römer.
Die Römer fanden Gefallen an Antalya (Attaleia). Die Weine der Region
galten als vorzüglich, ein Vorkommen, das in heutigen Tagen jedoch noch
auf sich warten lässt. Im Jahre 25 v.Chr. wurde Antalya Hauptstadt der
Provinz Pamphylia (später Lycia et Pamphylia). Der römische Kaiser Hadrian
machte im Rahmen seines Besuches (130 n.Chr.) Antalya zu einer selbstständigen
Provinz. Zum Dank errichteten die Einwohner der Stadt dem Imperator
ein prächtiges Tor, das heute noch zu den schönsten Sehenswürdigkeiten
in Antalya zählt.
In der Zeit der Byzantiner, die die Stadt Adalia nannten, wurde Antalya
zum Bischofssitz. Im 9.Jh. wurden die Mauern der Stadt zum Schutz gegen
Arabereinfälle befestigt und erweitert. Ab dem 12. Jh. diente der Hafen
den Kreuzrittern als wichtiger Stützpunkt. Antalya geriet zur Zeit des
4. Kreuzzuges (1202-1204) in den Machtbereich der Ritter des Templerordens.
Nur kurze Zeit später konnte im Jahre 1207 Antalya von den Seldschuken
erobert werden, an die Antalya schon vorher tributspflichtig war. Nach
kurzem Gastspiel der Sultane von Eğirdir wurde Antalya schließlich 1387
von Sultan Murat I. dem osmanischen Reich angegliedert. Rosen lösten
in den darauffolgenden Jahrhunderten den Wein ab.
Gegen Ende des ersten Weltkrieges fiel Antalya in italienische Hände,
die Truppen Mustafa Kemals (später Atatürk) konnten sie jedoch bereits
drei Jahre später, im Jahre 1921, zum Abzug zwingen. 1923 mussten die
griechischen Bürger Antalya im Rahmen des Kulturaustauschs verlassen.
Heute bemüht sich Antalya um ein modernes Auftreten: der Flughafen wurde
erweitert, Straßen werden renoviert, ein modernes Schnellbahnnetz ist
im Bau. Antalya ist selbstbewusst und gibt sich jung und dynamisch.
Von all den Ereignissen, um die im fernen Ankara diskutiert wird, sei
es Kopftuchverbot, sei es EU oder nicht EU, geht es um Kurden, geht
es um Begriffe wie "schleichende Islamisierung" - von all
dem möchte Antalya nichts wissen...
Weblinks:
Antalya - Metropole zwischen
Ägäis und Türkischer Riviera