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Aphrodisias

Einführung und geschichtlicher Überblick
Sehenswürdigkeiten in Aphrodisias

Aphrodisias - Einführung und geschichtlicher Überblick

"Heiraten ? Ich ?Ich bin doch verheiratet. Wie soll ich eine bessere Frau finden als Aphrodite ?"
(Kenan T. Erim, Leiter derAusgrabungen in Aphrodisias)

Die antike Stadt Aphrodisias, die einen Vergleich mit dem "grossen Bruder" Ephesus nicht scheuen muss, liegt etwa 50 km südlich der Bundesstrasse 320 von Ephesus/Selçuk nach Denizli. Von Ephesus kommend erreicht man Aphrodisias, indem man hinter dem Dorf Kuyucak in südlicher Richtung (rechts) an Karacasu vorbei der Beschilderung nach Geyre folgt. Die einzigartige Lage der Ruinenstadt südlich des Mäandertals am Fuß des 2308 Meter hohen Akdağ macht die Besichtigung zu einem Erlebnis. Hinzu kommt eine malerische, vom Tourismus fast unberührte Landschaft in milden 600 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.

Die Ursprünge der Stadt reichen bis ins dritte vorchristliche Jahrtausend. Funde im nahegelegenen Pekmezgebirge deuten sogar auf eine noch ältere, bis ins Neolithikum (5. Jt. v. Chr.) erkennbare Zivilisation. Folgt man den Ausführungen des byzantinischen Schriftstellers Stephanos, so war die Stadt in der Frühzeit unter dem Namen Ninoe bekannt, was den Einfluss des legendären Assyrerkönigs Ninus vermuten lässt. Eine andere Theorie bringt Ninoe mit der meist nackt dargestellten syrisch- palästinänsischen Liebesgöttin Asarte in Verbindung, die ebenfalls den Beinamen Nina trug. Gelegentlich wurde die Stadt auch Lelegonopolis oder Megalopolis genannt. Der Name Aphrodisias taucht erstmalig im 3. Jh. v. Chr. auf und wurde im 2. Jh vor Chr. durch einen römischen Verwaltungsakt auf Anraten des Orakels von Delphi zur offiziellen Bezeichnung der Metropole.

Der einzigartige blauweiss leuchtende Marmor, der in dem nördlich gelegenen Akdağgebirge abgebaut wurde, zog in der Blütezeit Aphrodisias Bildhauer aus der gesamten antiken Welt an. Schon bald gründeten aus Pergamon abgewanderte Künstler in Aphrodisias die einflussreichste und bedeutendste Bildhauerschule der Antike. In Aphrodisias entstandene Kunstwerke wurden überwiegend nach Rom exportiert, aber auch ins griechische Olympia. Die Bildhauer belieferten aber auch wohlhabende Städte Nordafrikas, so z. B. Leptis Magna. Die Stadt pflegte eine enge Beziehung zum julisch-claudischen Kaiserhaus und unterstützte wärend der römischen Bürgerkriege Cäsar und Oktavian, was ihr zu weiterem Wohlstand und zahlreichen Privilegien verhalf. Ihre ausschweifenden Festlichkeiten wurden bald zum Magneten für zahlreiche Kaufleute und Reiselustige.

Zwar war Aphrodisias in byzantinischer Zeit noch Bischofssitz, der Glanz der Stadt, die einst so heilig war, dass sie bis ins 4. Jh. n. Chr. keine Stadtmauer benötigte, war jedoch verblasst. Aphrodisias wurde in dieser Zeit in Stravpolis ("Stadt des Kreuzes") umgenannt. Als Hauptstadt der Provinz Karien wurde sie jedoch am häufigsten Karie genannt, wovon sich das heutige Geyre ableitet. Nach einigen Erdbeben verlor die Stadt mehr und mehr an Bedeutung. Die Feldzüge der Seldschuken im 11. und 13. Jahrhundert gaben ihr schliesslich den Rest. Zu den bedeutendsten Söhnen der Stadt zählt Alexander von Aphrodisias, einer der einflussreichsten Aristoteles-Kommentatoren.

Der französische Archäologe Charles Texier (1802-1871) berichtete 1885 erstmalig ausführlich über Aphrodisias. Erste Ausgrabungen (besser: Plünderungen) fanden in den Jahren 1904, 1905 sowie 1913 statt. Im Jahre 1961 begann die Universität von New York unter der Leitung des amerikanisch-türkischen Archäologen Kenan T. Erim (1924-1990) mit systhematischen Ausgrabungen.

Sehenswürdigkeiten in Aphrodisias


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