Perge - Sehenswürdigkeiten |
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Einführung und geschichtlicher
Überblick
Sehenswürdigkeiten in Perge
Satellitenbild von Perge
Fotoarchiv von Perge
Erläuterungen zu den Fachbegriffen können im Glossar
nachgelesen werden.
Die Ruinenstätte von Perge gehört
zu den schönsten und sehenswertesten der Region und ist die besterhaltenste
Pamphyliens, die Region östlich von Antalya, die seit einigen Jahren
von mehreren Reiseveranstaltern werbewirksam auch als Türkische
Riviera bezeichnet wird. Ein Fantasiename, dem es aus historischer
und geographischer Sicht an jeglicher Grundlage fehlt, dies nur am Rande.
Die wichtigsten und schönsten Ruinen Perges sind auf einem übersichtlichen
Terrain leicht zu erkunden. Wer es allerdings bis zur römischen Palästra
schaffen will, darf sich seinen Weg durch hüfthohes Grün bahnen.
Eine der schönsten Ruinen der antiken Stadt ist das griechisch-römische
Theater ganz im Süden. Zwar kann es einen Vergleich
mit dem Theater von Aspendos
nicht standhalten, ist aber dennoch in einem bemerkenswerten Zustand
und verdient mehr Beachtung, als es ihm bisweilen zukam. Bedauerlichrweise
ist es oftmals für Besucher nicht zugänglich. Erbaut wurde das durch
das Bühnenhaus nach außen hin komplett abgeschlossene Theater in der
ersten Hälfte des 2.Jh.n.Chr. an den Hügel Kera Belen. Auch
auf diesem Hügel suchten Archäologen vergeblich nach dem Artemis Tempel.
Vermutlich war das Theater schon in der Antike einsturzgefährdet. Daher
wurde die Außenmauer des einst dreistöckigen Bühnenhauses durch ein
Nymphäum mit fünf Wasserbecken gestützt, von dem leider nur noch spärliche
Reste zu besichtigen sind. Das 52 m lange Bühnenhaus war in der Antike,
wie auch das Theater
von Aspendos, vollständig mit Marmor überzogen. Einige der Reliefs
sind zum Teil noch sehr gut erhalten, hier kann Perge gegenüber Aspendos
punkten. Sie zeigen u.a. die Lebensgeschichte von Dionysos, dem Schutzherrn
des Theaters.
Die 42 Sitzreihen sind über der 19. Reihe durch einen
Rundgang (Diazoma) getrennt. Über der obersten Reihe ist eine Galerie
noch sehr gut erhalten, diese diente einer verbesserten Akustik. Anders,
als in Aspendos ist in Perge der Zuschauerbereich vom Künstlerbereich
abgetrennt. Dies lässt darauf schließen, dass in römischer Zeit Perge
auch Schauplatz wilder Tiere und blutiger Gladiatorenkämpfe war. Bis
zu 14.000 Zuschauer fanden Platz im Theater von Perge. Der Besucher
sollte es nicht versäumen einen Blick über den Zaun der direkt gegenüberliegenden
Wiese zu werfen. Hier lagern unzählige Überreste aus dem Theater mit
teils erstaunlichen Motiven und Inschriften.
Unweit des Theaters liegt auf dem Weg zum Hauptgelände
das römische Stadion. Es bot etwa 12.000 Zuschauern
Platz und ist gemeinsam mit dem Stadion von Aphrodisias
das besterhaltenste Kleinasiens. Die 50 Gewölbekonstruktionen, die mit
ihren je 17 Sitzreihen das Stadion in einer U-Form umfassen, sind ein
Zeugnis der meisterhaften Fähigkeiten römischer Architekten. Ihre mächtigen
Innenräume boten zahlreichen Händlern Platz für ihre Geschäfte. Auch
im Stadion wurden nicht nur harmlose Pferderennen abgehalten. Menschen
und Tiere wurden in der Kaiserzeit hier zu Tode gehetzt.
Weniger antik aber leider unumgänglich, erreicht der Besucher
als nächstes das Tickethäuschen. Wer nach dem Erwerb der Eintrittskarte
noch Geld übrig hat, kann hier auch diverse Erfrischungsgetränke und
Snacks zu sich nehmen. Man betritt das Areal durch das spätrömische
Stadttor und erreicht den Platz des Septimus Severus. Das Stadttor
war ebenfalls zum Großteil mit Marmor bedeckt. In der Antike standen
hier noch diverse Götterstatuen.
Wahrzeichen Perges dürfte das hellenistische Stadttor
sein. Zum Teil sind die beiden hufeisenförmigen Türme noch in ihrer
vollen ursprünglichen Höhe erhalten, für ein Stadttor aus vorrömischer
Zeit überaus ungewöhnlich. Die selbsternannte Priesterin Plancia Magna,
die ihr gesamtes Vermögen dem Erhalt und dem Ausbau Perges stiftete,
erweiterte um 120 n.Chr. die Anlage um zwei gewaltige zweistöckige Fassaden.
In die zahlreichen Nischen ließ die spendable Plancia Magna Statuen
von Göttern und wichtigen Persönlichkeiten der Stadt aufstellen, selbstredend
auch die eigene.
Östlich (rechts) des hellenistischen Stadttors liegt die
vollkommen von Säulen umgebene Agora. Hier versammelte
sich in der Antike die Bevölkerung. Es wurde geplaudert, gehandelt,
diskutiert und natürlich auch gespielt. Ein gut erhaltener antiker Spielstein
ist noch zu bewundern. Einst stand in der Mitte des Platzes ein der
Tyche, der Göttin des Schicksals, des Glücks und des Zufalls geweihter
Rundbau.
Entlang der 20 m breiten Prachtstraße,
die in der Mitte durch einen Kanal geteilt ist, erreicht der Besucher
das Nymphäum. Auf dem Weg dorthin passiert man unzählige
Säulen, die von Archäologen wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufgestellt
werden konnten. Besonders bemerkenswert sind vier der Säulen, die mit
Reliefs versehen sind. Diese zeigen Apollon, Artemis Pergaia, Tyche
und den (angeblichen) Stadtgründer Kalchas. Im Nymphäum ist guterhalten
der ruhende Flussgott Kestros in einer Nische zu bestaunen. Direkt unter
dem liegenden Gott strömte einst das Wasser in den Kanal.
Ebenfalls besondere Beachtung verdient die westlich vom
hellenistischen Tor (links) gelegene Thermenanlage.
Der beeindruckende Komplex bietet einen anschaulichen Einblick in die
Architektur und Funktionsweise der römischen Badehäuser. Die Becken,
sowie die Wände der mächtigen Säle waren einst vollständig mit Marmor
verkleidet. Aus Inschriften geht hervor, dass die Anlage vom Beginndes
2.Jh.n.Chr. über fast vier Jahrhunderte hinweg erweitert und ausgebaut
wurde.
Weiterhin sehenswert ist das Grabmal der Plancia
Magna ganz im Südosten Perges. Wer die Palästra
ganz am anderen Ende des Geländes besuchen will, sollte festes Schuhwerk
mitnehmen, das auch bei der übrigen Besichtigung Perges nicht von Nachteil
sein kann. Etwa auf halben Weg von der Agora zum Nymphäum befinden sich
an der westlichen Seite der Prachtstraße (links) noch spärliche Überreste
einer Basilika.