Side, Einführung und geschichtlicher
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Satellitenbild
der Ruinen
Landkarte von Side
Für eine gründliche Besichtigung des Terrains sollte der interessierte
Besucher sich einen halben Tag Zeit nehmen (Besuch des Museums nicht
eingeschlossen), am besten einen Vormittag. Bereits bei der Anfahrt
fallen immer wieder Reste des einst 30 km langen Aquädukts
auf. Dieser war einst eine wichtige Lebensader Sides und versorgte
die Stadt mit dem Wasser aus Melas (Manavgat). Wir beginnen unseren
Rundgang am Haupttor der äußeren Mauer, der sog.
Landmauer. Dieses wurde im 3.Jh.v.Chr. errichtet und im 2.Jh.n.Chr.
umfangreich erweitert und verziert. In einer Inschrift wird es als
das "Große Tor" bezeichnet. Das zweite einst monumentale
Tor, das sog. Osttor, liegt am südlichen Ende der
Landmauer. Hier stießen Archäologen im Jahre 1965 auf Reliefplatten,
die auf einen heldenhaften Sieg, möglicherweise gegen die Attaliden,
schließen lassen.
500.000 Liter Wasser soll das Hauptbecken des Nymphäums
einst gefasst haben. Heute lässt sich der Glanz des Bauwerks aus dem
2.Jh.n.Chr. bestenfalls noch erahnen. 52 m lang und 20 m hoch war
einst die dreistöckige Fassade. Der gesamte Bau war mit unzähligen
Statuen, Säulen und Reliefs auf feinsten Marmor geschmückt.
Vom Haupttor aus führen zwei Kolonnadenstraßen ins Zentrum
der antiken Stadt. Für unsere weitere Besichtigung wählen wir die
weniger prunkvolle in südwestliche Richtung (also die linke), deren
Weg uns zu dem Gebiet der ehemaligen Bischofskirche
führt. Von dieser sind leider nicht viel mehr als die kläglichen Überreste
der Grundmauern übrig. 38 m lang war das Gotteshaus aus dem 7. Jh.n.Chr.,
das Gebiet um die Kirche wurde jedoch noch längst nicht vollständig
untersucht (hüten Sie sich davor,
den Spaten selbst in die Hand zu nehmen !).
Weiter führt uns der Weg zur Staatsagora. Jammerschade,
dass die meisten Statuen, die den einst 88 m langen und 69 m breiten
Bau zierten verloren gegangen sind. Böse Zungen behaupten,
dass einflussreiche Persönlichkeiten der Türkei aktiv oder passiv
bei dem Erhalt der einzigartigen Kunstwerke mitgeholfen haben.
Um so mehr verwundert es, dass im Museum von Side nicht mehr allzuviele
Statuen zu bestaunen sind. Die heute noch erhaltene Prunkwand gehörte
zum sog. Kaisersaal, dem mittleren von drei Sälen der antiken Bibliothek
von Side.
Nach der Staatsagora gelangen wir durch die innere Stadtmauer
zum "lebendigen Teil" Sides. Hier haben sich, sehr zum Verdruss
der Archäologen, die sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit behindert
fühlen, verschiedene Händler und Wirte mitten in den Überresten der
antiken Stadt Side niedergelassen. Passen Sie auf, dass Sie nicht
getürkt werden ! Am Südufer der Halbinsel entlang, am Heiligtum für
den Mondgott Men vorbei, gelangen wir nach unzähligen "Bitteschöns"
zu den Wahrzeichen Sides: den beeindruckenden Überresten der beiden
einst gigantischen Tempel, einer der Athena,
der andere dem Apollon geweiht. Einst war ihnen der
Hafen vorgelagert, der sich heute weiter nördlich befindet. Beide
Tempel stammen aus dem 2.Jh.v.Chr. und wurden im 5.Jh.n.Chr. zerstört.
Über ihren Ruinen wurde eine Basilika erbaut, von der heute noch einige
Reste zu sehen sind. Zwar war der Athena-Tempel der erheblich größere
der beiden, dennoch entschied man sich, den des Apollon wieder zu
errichten, da von diesen deutlich mehr Überreste erhalten waren.
Zurück geht es über die Hauptstraße, dem Theater
entgegen. Auf dem Weg dahin sollten Sie sich ein paar Lira zurückhalten,
der Besuch kostet Eintritt. Wer möchte, kann entlang der Hauptstraße
u.a. überteuerte Lederwaren, überteuerte Klamotten, überteuerte Sonnenbrillen
oder überteuerte Uhren kaufen ("natürlich alle echt"). Die
Sitzreihen des Theaters ruhen auf zweistöckigen Gewölbekonstruktionen.
Das ganze Bauwerk wurde in Ermangelung eines Hügels, an den sich üblicherweise
die Theater Pamphyliens schmiegen, auf einem gewaltigen Fundament
errichtet. Wie auch die Sitzreihen der Theater von Perge
und Aspendos, waren auch die in Side durch
eine Diazoma getrennt. Das ehemals 23 m hohe Bühnenhaus ist fast vollständig
in sich bzw. auf die Orchestra zusammengestürzt. In der Antike war
es mit Marmor bedeckt und mit zahlreichen Reliefs verziert. Ab dem
5.Jh.n.Chr. wurde das Theater auch als Freilichtkirche genutzt und
um zwei Kapellen erweitert.
Vorbei an den Ruinen des Dionysos-Tempel und des Vespasian-Monuments,
gelangen wir über die Kolonnadenstraße zurück zu unserem Ausgangspunkt.