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Termessos - das uneinnehmbare 'Adlernest'

präsentiert von xago - Das Welterbe

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Einführung und geschichtlicher Überblick
Sehenswürdigkeiten in Termessos
Satellitenbild von Termessos
Fotoarchiv Termessos

Termessos ist wohl eine der atemberaubensten antiken Ruinenstätten der Türkei. Mitten im Güllük Dağı Termessos Nationalpark schmiegt sich das Ruinenfeld in einem Bereich von etwa 1050 bis 1400 m Höhe an den 1663 m hohen Berg Güllük, der in der Antike den Namen Solymos trug. Der Nationalpark ist Heimat einer artenreichen Flora und Fauna. Greifvögel, wilde Ziegen und Steinböcke fühlen sich hier wohl, selbst Bären wurden schon gesichtet. Letztere zeigten bisher jedoch noch kein Interesse an den Ruinen, den Honigtopf können Sie beruhigt zu Hause lassen. Termessos liegt etwa 30 km nordöstlich von Antalya und ist über die Hauptstraße 350 gut zu erreichen. Sollten Sie mit dem Bus unterwegs sein, steigen Sie am Busbahnhof in Antalya im Bereich "Iliçi" in den Bus nach Korkuteli, der Fahrer wird Sie an der Abzweigung nach Termessos aussteigen lassen. Nicht weit von der Hauptstraße entfernt gelangt der Besucher alsbald zum unteren Parkplatz, der gleichsam der Eingang zum Nationalpark ist. Das Museum am Eingang ist ganz nett, es zeigt uns einige ausgestopfte Tiere, alte Fotos und ein paar wenige Fundstücke. In Anbetracht der Kulturgüter, die noch vor einem liegen, kann man durchaus auch daran vorbei gehen, ohne Großartiges versäumt zu haben. Sollte es bis dahin noch nicht geschehen sein, werden Sie spätestens jetzt von Taxifahrern angesprochen, die die Entfernung zu dem Hauptterrain auf etwa 22 bis 25 km schätzen und von Touristen erzählen, die unterwegs ums Leben kamen. Das können Sie getrost als Unsinn hinnehmen, die tatsächliche Entfernung beträgt knappe 9 km, verdurstet ist bisher auch noch niemand auf der Strecke. Diese Märchen sind genauso fantastisch, wie der Preis, den er Ihnen gleich vorschlagen wird. Lassen Sie ihn einfach links liegen! Per Autostopp sind Sie schneller oben, als Sie sich umsehen können.

Wie Funde aus der nahegelegenen Karain-Höhle belegen, war die Region um Termessos schon in prähistorischer Zeit besiedelt. Über die Herkunft der verschiedenen Stämme herrscht unter Historikern Uneinigkeit, sicher scheint nur, dass es keine Griechen waren, die Termessos gründeten. Bereits um 3000 v.Chr. existierten in der Gegend verschiedene etrustisch-luwische Siedlungen, vermutlich auch eine im Gebiet des späteren Termessos. Aus der luwischen Sprache leitet sich auch der Name Termessos ab: "Terme" bezeichnete eine Bergstraße, "Assos" ganz allgemein eine Festung. Termessos wird erstmalig von Homer in seinem Epos Ilias schriftlich erwähnt. Demnach sollen die Einwohner der Stadt am Solymos (Termessos) in Pisidien überaus kriegerisch gewesen sein:

Weiter darauf bekämpft' er der Solymer ruchtbare Völker;
Diesen nannt' er den härtesten Kampf, den er kämpfte mit Männern.
(Ilias VI, 185 f.)

Um 500 v.Chr. war das gesamte Gebiet der heutigen Türkei, somit auch Pisidien, nahezu flächendeckend von den Persern besetzt. Aber eben nur "nahezu". Denn an Termessos bissen die Perser sich die Zähne aus. Nach vergeblicher Belagerung schlossen die Perser mit den Einwohnern des unbeugsamen "Adlernests" einen Friedensvertrag, der Termessos eine Sonderstellung unter der Fremdherrschaft gewährleistete.

Auch über die Geschehnisse nach der Ankunft des mazedonischen Feldherren Alexander dem Großen im Jahre 334 v.Chr. gibt es unterschiedliche Erkenntnisse. Einige Historiker vertreten die Ansicht, Alexander hätte erst garnicht versucht, Termessos einzunehmen, da er nur wenig Aussicht auf Erfolg sah. Andere setzen dem wiederum entgegen, dies würde der Natur Alexanders widersprechen. Demnach soll auch er Termessos über einen längeren Zeitraum belagert haben. Einigen ungesicherten Quellen zufolge soll Alexander bei dieser Belagerung zwei seiner wichtigsten Generäle verloren haben. Daraufhin beschloss er, seine Truppen nicht weiterhin wegen eines "Adlernests" zu schwächen. Bei seinem Rückzug setzte er jedoch noch sämtliche Olivenbäume der Umgebung in Brand. Zwar konnte Alexander die Stadt nicht einnehmen (ob er es nun versucht hat oder nicht), dennoch konnte er und vor allem seine "Nachhut" einige wichtige Lebensadern der Metropole beschneiden. Die kriegerischen Termessianer, die gerne hin und wieder einmal die umliegenden Städte (vor allem den einstigen Verbündeten Phaselis) plünderten und tyrannisierten, waren eine zeitlang "ruhiggestellt".

Nach dem Tod Alexanders (323v.Chr.) stritten sich einige seiner Generäle um die Vormacht in Kleinasien. Einer von ihnen war Alketas, der mit den Einwohnern Termessos' befreundet war. Nach dessen Niederlage gegen Antigonos gewährte Termessos dem gestürzten General Zuflucht. Der griechische Geschichtsschreiber Diodoros Sikulos (1. Jh.v.Chr) schildert in seiner Weltgeschichtlichen Bibliothek die weiteren Ereignisse. Demnach soll Antigonos Termessos belagert und die Auslieferung Alketas' gefordert haben. Die "jungen kriegerischen" und die "alten Weisen" Termessianer waren sich jedoch uneinig. Während letztere in Alketas eine Gefahr für Termessos sahen, weigerten sich die jungen Krieger der Forderung Antigonos' nachzukommen. Laut Diodoros gelang es den Älteren durch eine List sich dem Asylanten zu entledigen. Sie täuschten einen feindlichen Angriff vor und schickten die Krieger der Stadt in eine vollkommen falsche Gegend. Alketas war somit seinem Kontrahenten schutzlos ausgeliefert. Die Aussichtslosigkeit seiner Lager erkennend, beging er Selbstmord. Drei Tage lang soll Antigonos den Leichnam geschändet haben. Bei ihrer Rückkehr zeigten die jungen Krieger statt Begeisterung Geradlinigkeit und beschlossen Termessos in Brand zu setzen. Zum Vorteil der Stadt gelang es den Alten und Weisen sie zu beschwichtigen und von ihrem Vorhaben abzuhalten. Alketas wurde würdevoll bestattet, sein Grab ist noch erhalten.

Unter der Herrschaft Pergamons konnte sich Termessos eine gewisse Eigenständigkeit bewahren und hielt gute Beziehungen zum Königshaus. So schickte man sich auch, dieses gute Verhältnis zu Rom, dass nach dem Tod des letzten Königs von Pergamon Attalos III. im Jahre 133v.Chr. die Herrschaft übernahm, aufrechtzuerhalten. Bereits zu Beginn des 2.Jh.v.Chr. hatte der römische Konsul Manlius Vulso erfolgreich zwischen Rom und Termessos vermittelt. 72 v.Chr. schlossen Rom und Termessos einen umfangreichen Friedensvertrag. Dieser muss für Termessos von unermesslicher Bedeutung gewesen sein, denn seine Bürger setzten mit dem Abkommen gleichsam den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Termessos unterstützte Rom aktiv im Krieg gegen den pontischen König Mithridates (132-63 v.Chr.). Unter Pompeius konnte Rom schließlich im Jahre 63 v.Chr. den König von Pontos zurückdrängen. Nach der Zeitwende erlebte Termessos einen außergewöhnlichen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Viele der prächtigen Bauten stammen aus dieser Zeit. Gegen Ende des 4.Jh.n.Chr. ließen sich einige vorwiegend ärmere Bürger der Stadt zum Christentum bekehren. Um diese Zeit setzten auch einige Erdbeben Termessos schwer zu. Diese allein können jedoch nicht der Grund dafür sein, dass die Stadt kurz danach verlassen wurde. Die abgeschiedene Lage, die in kriegerischen Zeiten von Vorteil war oder Wassermangel sprechen hier eher dafür.

Auch Termessos hatte nach seiner Wiederentdeckung im Jahre 1842 das große Glück nicht von Forschern geplündert zu werden, wie es beispielsweise vielerorts in Lykien geschah. (Ein schlechtes Gewissen zeigen die Diebe und deren Nachfahren freilich nicht. Wien, London oder Berlin reagieren auf Nachfragen empört.) Unter Leitung des (seriösen) Wiener Grafen Karol Lanckoronski (1848-1933) wurde das Gebiet erstmalig untersucht und vermessen. Dank der von ihm und seinem Team angefertigten Fotos und Skizzen konnten später noch eingestürzte Bauwerke wieder originalgetreu aufgestellt werden.

Gymnasium in Termessos Anfahrt nach Termessos
Das Tor zum Hadrianstempel in Termessos Reste einer Säule
Torbogen Gymnasium
Termessos - Ruinen Flora in Termessos
Grabmal antikes Grab in Termessos
Das Theater von Termessos Reste des Artemistempel
Ruinen in Termessos Zisterne
Der korintische Tempel Das Grab des Alketas
antike Bedürfnisanstalt in Termessos Solymos
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Detailansicht des "lykischen" Grabs Vogelhäuschen in Termessos
Anfahrt nach Termessos Gymnasium in Termessos
Reste einer Säule Das Tor zum Hadrianstempel in Termessos
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Solymos antike Bedürfnisanstalt in Termessos
   
   
   
     
     
     
     
 

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