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Die Geschichte Istanbuls - Teil 1: Byzanz

Byzanz
Konstantinopel 1
Konstantinopel 2
Istanbul in osmanischer Zeit 1
Istanbul in osmanischer Zeit 2
Istanbul im neuen türkischen Staat

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Die Anfänge und Byzanz

Wie jüngste Funde belegen, war die Region um Istanbul schon zum Ende der Jungsteinzeit (um 6000 v. Chr.) besiedelt. Bereits im 3. Jt. v. Chr. überquerten Völkerschaften an dieser Stelle den Bosporus. Griechische Kolonisten gründeten um 1200 v. Chr. erste Kolonien und rückten dabei bis an die Küste des Schwarzen Meeres heran. Historisch interessant wird es für uns jedoch erst in der Mitte des 7. Jahrhunderts vor der Zeitwende, als sich im Jahre 657 dorische Kolonisten aus Megara (etwa 30 km westlich von Athen) auf den Weg zu neuen Ufern machten. Ihr Anführer Byzas holte sich vor der abenteuerlichen Reise noch Rat beim Orakel von Delphi, das ihm empfahl seine neue Kolonie „gegenüber dem Dorf der Blinden“ zu errichten. Als Byzas mit seinen Gefolgsleuten schließlich das Goldene Horn passierte, das sich ausgezeichnet für eine befestigte Anlage eignete, befand er, dass mit dem „Dorf der Blinden“ nur das gegenübergelegene Charlekedon (heute Kadıköy) gemeint sein konnte und ließ sich in der Ansiedlung Lygos am Ufer des Goldenen Horns nieder, das er von nun an Byzantion (Byzanz) nannte. Durch geschickten Handel und kluges Taktieren gelang Byzantion schon rasch zu ansehlichem Wohlstand und politischer Autonomie.

Als im Jahre 513 den Persern unter Darius I. (*549 v. Chr., † 486 v. Chr.) nach kurzer Belagerung die Eroberung Byzanz' gelang, schloss sich die Stadt auf Drängen Athens mehr oder weniger halbherzig dem Attisch-Delischen Seebund an, konnte letztendlich aus dem Zusammenschluss auch anschaulichen Nutzen ziehen und blieb ihm als eines der wichtigsten und mächtigsten Mitglieder bis ins Jahr 356 v. Chr. erhalten.

Philipp der II. von Makedonien, Vater Alexanders dem Großen belagerte die Stadt vergeblich in den Jahren 339/340 v. Chr., konnte sie jedoch nicht einnehmen. Der Legende nach hatte der Mond das Feld hell erleuchtet, sodass die Einwohner der Stadt gewarnt waren. Tritt man aus dem Schein der Legende heraus, hätte Byzanz vermutlich auch ohne Schein des Mondes dem Angriff standhalten können, trotzdem ist der Mond seither Wahrzeichen der Stadt. Alexander war an einer Eroberung der (aus seiner Sicht) politisch uninteressanten Stadt nicht viel gelegen, und so zog er südlich an ihr vorbei.

Im Jahre 279 v. Chr. wurde Byzanz von keltischen Galatern geplündert und in Folge dessen tributpflichtig, ein Zustand, der den Byzantinern ganz und gar nicht schmecken wollte. Sie waren gezwungen Zölle von vorbeifahrenden Schiffen einzufordern, was zwangsläufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Seinen Frieden fand Byzanz erst wieder im Jahre 146 v. Chr. durch ein weitgehend autonomes Bündnis mit Rom als „Civitas foederata“ („verbündete Gemeinde“).

Nach der Ermordung des römischen Kaisers Pertinax am 28.03.193 n. Chr. setzt Byzanz bei den Streitigkeiten um dessen Thronfolge aufs falsche Pferd, indem es Partei für den Gegenkaiser Pescenius Niger ergreift. Dieser flieht, die Ausweglosigkeit seiner Lage erkennend, richtung Antiochia (Hatay), wird jedoch schon sehr bald ergriffen und ermordet. Sein Kontrahent Septinus Severus spricht über ihn das Abolitio nominis („neulatainisch“: Damnatio memoriae, die „Verdammung seines Andenkens“ ), plündert und zerstört die Stadt fast vollständig und lässt auf deren Schutt eine neue Siedlung erbauen, die er Augusta Antonia nennt.

Einen Aufschwung erlebt Byzanz gute 100 Jahre später, mit der Zulassung des Christentums als Staatsreligion durch Konstantin dem Großen (von 306 bis 337 römischer Kaiser). Konstantin führt nicht nur die neue Religion ein, sondern auch das römische Rechts- und Verwaltungssystem, zudem ist er ein Förderer der griechischen Sprache und Kultur. Als es im Jahre 324 zwischen ihm und Licinius zum Machtkampf kommt, hetzt er diesen über den Bosporus und besiegt ihn schließlich in Chrysopolis (heute Üsküdar). Das Gerangel zog nicht spurlos an der Stadt vorbei, weite Teile der kleinen Metropole wurden zerstört. Konstantin ließ Byzanz jedoch neu erbauen und befestigen. Unter dem Namen Nova Roma („Neues Rom“), macht Konstantin im Jahre 330 Byzanz als Gegenpol zum heidnischen Rom zur christlichen Hauptstadt des römischen Reichs. Auch wenn laut kaiserlichem Dekret Byzanz von nun an Nova Roma heißen sollte, setze sich volkstümlich dieser Name nie durch. Umgangssprachlich lautete der neue Name der neuen Stadt Konstantinopel („Stadt des Konstantins“) und wurde auch schon sehr bald von den Geschichtsschreibern als solcher übernommen.

Teil 2 (Konstantinopel)


   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
     
     
     
     
     
     
 
 
     
 
 
 

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